Nach einem Jahr…

Hallo Alle!

Vor genau einem Jahr haben wir unseren letzten Tage in Japan verbracht, bevor wir mit gemischten Gefühlen in den Flieger zurück nach Deutschland gestiegen sind.

Damit die letzten Tage nicht völlig aus unserer Erinnerung verschwinden machen wir deswegen heute endlich den vorerst letzten Blogeintrag unserer großen Reise. Das haben wir bisher nicht geschafft-nicht nur weil wir keine Zeit hatten, sondern weil dieser letzte Eintrag auch heißt unsere tolle Reise auch in Gedanken als beendet zu akzeptieren. Den neuen Eintrag dazu gibt es hier:

Irgendwie denken wir aber ihr seid viel mehr daran interessiert wie es uns jetzt geht. Deswegen hier ein paar Erkenntnisse aus „Einem Jahr zurück“:

  1. Die apokalyptischen Prognosen von Freunden und Familie zur Job und Wohnungssuche in Köln haben sich nicht erfüllt. Gegen allen (fremden) Erwartungen haben wir beide schnell gute Jobs gefunden und eine echt tolle Wohnung bekommen. Ich (Sandra) wechsle zum Mai sogar nochmal den Job, weil der alte sich aus verschiedensten Gründen als mega-stressig entpuppt hat. Also doch alles gar nicht so gruselig, wie vorausgesagt, auch wenn ihr bei der Mietpreisprognose recht hattet… teuer ist es in Köln tatsächlich!
  2. Bei einem Vollzeit Job verbringt man wirklich verdammt viel wertvolle Lebenszeit auf der Arbeit. Wenn der Job dann auch noch stressig ist, noch viel mehr Lebenszeit nach „Feierabend“ zuhause um über Probleme und deren Lösungen zu grübeln. Ob das Geld diese Lebenszeit wert ist, scheint uns zumindest fragwürdig. (Jaja, klar… ohne Geld geht nix, wir wollen ja auch gar nicht nicht arbeiten. Und wir haben unsere Reise ja auch mit Geld bezahlt, das wir jetzt teilweise zurückzahlen und so. Trotzdem beschäftigt uns die „Kosten (Lebenszeit) – Nutzen (Geld)“-Rechnung. Denn plötzlich braucht man auch irgendwie viel mehr Dinge…
  3. Denn es ist gar nicht so einfach mit dem Minimalismus weiter zu machen. Plötzlich denkt man, man braucht 1000 Dinge, die einem dem Alltag schöner und einfacher machen… Während einer Reise will und braucht man den ganzen Scheiß nicht, weil das wichtigste ist flexibel zu bleiben und der Reisealltag einfach so spannend und abwechslungsreich ist. Dann ist die Ersatzbefriedigung durch Konsumgüter einfach nicht nötig.
  4. Es ist ein super tolles Gefühl, wenn die besten Freund*innen einfach spontan mal vorbei kommen können und man gemeinsam den ganzen Abend Brettspiele spielt, quatscht oder in die Kneipe geht.
  5. Die Familie ist jetzt zwar Distanzmäßig gesehen näher, es ist aber trotzdem ganz schön kompliziert sich zu sehen. Denn Zeit ist ja irgendwie nur am Wochenende (welches echt ganz schön kurz ist!!) und die sind irgendwie ständig ausgebucht.
  6. Jeden Tag Nachrichten lesen/gucken ist emotional wirklich eine Herausforderung. Das hat bei uns dazu geführt unser Leben und den eigenen Alltag komplett durch zu politisieren und jede Entscheidung nach ihren Auswirkungen auf andere zu hinterfragen… das kann ganz schön belastend sein.
  7. Selbst Kochen ist zwar lecker, aber irgendwie viel eintöniger als immer essen zu gehen… und es macht so viel Dreck! Und wie oft man bei einer eigenen Wohnung Putzen muss. Und durch den vielen alten und neuen Kram (im Vergleich zu einem Rucksack pro Person) muss auch noch ständig aufgeräumt werden … Das hatten wir alles völlig vergessen.
  8. Der Winter ist einfach nur lang, kalt und grau. Unserer Meinung nach völlig überflüssig!
  9. Nichts ist so wertvoll wie Zeit; Zeit zu zweit, Zeit mit Familie, Zeit mit Freunden… so viele Menschen mit denen wir Zeit verbringen wollen… Das haben wir versucht mit sehr gutem Zeitmanagment hinzubekommen. Das nimmt leider die Möglichkeit zur Spontanität und führt dazu, dass unsere Wochenenden immer zwei Monate im Voraus ausgebucht sind. Wir arbeiten noch an besseren Lösungen.
  10. Endlich können wir wieder auf Konzerte und Musikfestivals gehen. Das ist einfach nur großartig! Da können wir Musik, Freunde, Feiern und so mit einander verbinden. Spaß pur!!

Hier ein Haufen unsortierte Fotos aus dem letzten Jahr:

3 Gedanken zu „Nach einem Jahr…

  • Mai 29, 2017 um 6:52 pm
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    Liebe Sandron,
    ich kann euch soo gut verstehen! Manchmal denke ich, ich tue nichts anderes mehr, als mein Leben in Gang zu halten…Aber das ist zu wenig! Schwierig, noch Zeit für was anderes zu finden.
    Ihr werdet’s schaffen!
    Herzlichst Monika

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  • Mai 1, 2017 um 10:21 am
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    Ein tolles Resume das zu Nachdenken animiert. Einen Glückwunsch jedem der dem modernen hektischen Hamsterrad des Alltags entsteigen kann.. Ihr habt auf eurer Reise wohlmöglich die nötigen Vorrasetzungen erlernt / erfahren u könnt es packen 🙂

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